»Man kann nicht kämpfen, wenn die Hose voller ist als das Herz.«

13.02.13 : On Ne Passe Pas!-Hier kommt keiner durch

Bericht einer Schülerin (Nicole Werner Q2)

Vom Motto der französischen Militärführung, ausgegeben 1916 vor Verdun, konnten sich 58 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 der Carl-von-Ossietzky-Schule nebst ihren begleitenden Lehrerinnen und Lehrer ein Bild machen, die am Mittwoch, den 13.02.2013 in aller Frühe (06:00 Uhr), nach Lothringen fuhren.

Seit nunmehr sechs Jahren fährt die Schule jährlich zu einem der bedeutendsten Schlachtfelder des Ersten Weltkrieges, um sich vor Ort ein Bild von den Schrecken des modernen, industrialisierten Krieges zu machen. Für dieses Projekt konnte im ehemaligen Gendarmen Pierre Lenhard ein kompetenter und auch ortskundiger Experte gefunden werden, dem es stets gelingt ein interessantes aber auch abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen.

Den ersten Programmpunkt bildete ein Stadtrundgang, der dazu diente sich einen Eindruck von Verdun zu verschaffen sowie das Siegesdenkmal sowie das Denkmal für die gefallenen Söhne der Stadt kennenzulernen. Im Anschluss fuhr man durch eine winterliche Landschaft zum Ft. Douaumont, das als stärkste Festung im Festungsgürtel von Verdun auch in diesem Jahr ein Eckpfeiler der Exkursion darstellte. Auf dem Dach der beeindruckenden Anlage erläuterte Pierre Lenhard dann den Schülerinnen und Schülern auch die Kämpfe um das Fort sowie anhand der Szenerie die strategische Bedeutung. In den Kasematten wurde dann die beklemmende Situation der damaligen Zeit erfahrbar und auch die ständige Gefahr für die jungen Soldaten, die im Fort auf ihren Einsatz warteten, konnten die Schüler durch das Vortragen von historischen Aufzeichnungen aus der damaligen Zeit begreifen sowie durch eine Gedenkminute am im Fort gelegenen deutschen Friedhof, zu Ehren der dort beigesetzten 679 Soldaten, die bei einer Explosion im Fort ums Leben kamen.

Verstärkt wurde das Gefühl über die Sinnlosigkeit des Krieges durch den Besuch des französischen Friedhofes unterhalb des Ossuaire de Douaumont (Gebeinhaus), in dem ca. 130.000 gefallene Soldaten beider Seiten bestattet wurden/auch immer noch werden, auf dem eine von Schülern durchgeführte Gedenkzeremonie abgehalten werden konnte. Dabei wurde das Gedicht „Auf den Schlachtfeldern von Verdun“ von Erich Kästner vorgetragen sowie ein Blumengebinde niedergelegt und jeder der Teilnehmer bekam bei einer Schweigeminute Gelegenheit seinen persönlichen Gefühlen nachzugehen.

Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch des Memorials de Verdun, in dem sich die Schüler ein Bild von der Ausrüstung der Soldaten sowie ihres Alltags im Krieg oder aber auch als Versehrte nach dem Krieg machen konnten. Ergänzt wurden diese Erfahrungen noch durch einen Film im Museum mit historischem Filmmaterial und Berichten von Augenzeugen sowie einem abschließenden Fußmarsch in das neben dem Museum gelegene Dorf Fleury, das im Rahmen der Kampfhandlungen mehrfach den Besitzer wechselte und heute nicht mehr bewohnt, wird aber noch über einen Bürgermeister verfügt, um die schrecklichen Ereignisse nicht zu vergessen.

Ingrid Marx

Bildergalerie (Februar 2013)

Erstellt am 15. Februar 2013
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